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| subject: | Duden-Newsletter vom 16. Mai 2003 |
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aus dem Echo : private Mail
Originalabsender : duden-newsletter{at}lists.duden.de
Originaldatum : 16.05.03
Orignalempfaenger :
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+++ Duden-Sprachberatung +++
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Liebe Leserin, lieber Leser,
in manchen Bereichen scheint es drunter und drueber zu gehen.
Zum Beispiel bei den Abkuerzungen. Bei Kurzformen gibt es im
Deutschen kaum Regeln, dafuer aber jede Menge Ausnahmen.
Das gilt auch fuer die Aussprache. Lesen Sie gleich zu Beginn,
warum fuer die Aussprache der Krankheit SARS nur vorlaeufige
Antworten moeglich sind.
Was vom Gewohnten abweicht, kann eine Last sein. Dem einen
oder anderen ist es aber auch eine Lust. Haben Sie Lust auf
ein paar "ungewoehnliche Pluralbildungen"? Dann wird der
zweite Abschnitt Sie interessieren.
Kennen Sie die "Kalte Sophie"? In Sueddeutschland, Oesterreich
und der Schweiz gehoert sie zu den Eisheiligen und stattet uns
am 15. Mai ihren Besuch ab. Mamertus, Pankratius, Servatius
oder Bonifatius heisst heute wohl kaum jemand mehr. Aber der
Vorname Sophie erfreut sich grosser Beliebtheit. Wir haben
einiges ueber seine Geschichte fuer Sie nachgeschlagen.
Gute Unterhaltung wuenscht Ihnen
Ihre
Duden-Sprachberatung
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Haetten Sie's gewusst?
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SARS & Co
Abkuerzungen, die als Abkuerzungen gesprochen werden, bezeichnet
man auch als Akronyme: ADS, Aids, ABM, MTA, GmbH, AG u. v. a.
Sie erweisen sich sowohl schriftlich als auch muendlich als sehr
oekonomisch. Die Frage ist nur, wie sie gesprochen werden:
Werden sie Zeichen fuer Zeichen buchstabiert (z. B. ADAC, ADS)
oder wie ein neues Wort ausgespochen (z. B. Aids, UNO)?
Leider koennen wir Ihnen an dieser Stelle keine Regel nennen,
mit der sich diese Frage zufrieden stellend beantworten liesse.
Im Deutschen gibt es sowohl zur Schreibung als auch zur
Aussprache von Akronymen keine verbindliche Norm. Die positive
Seite der Medaille: Die Sprechergemeinschaft kann bei jedem
Fall aufs Neue - sozusagen per inoffiziellem Plebiszit - eine
Entscheidung treffen.
Wie verschiedene Aussprachevarianten miteinander konkurrieren,
war im Fall der Krankheit SARS in den letzten Wochen beispielhaft
zu beobachten. Waehrend zunaechst die buchstabierte Version
"es-a-er-es" die Oberhand hatte, ueberwiegt mittlerweile zusehends
die gebunden gesprochene Alternative. Die Medien spiegeln diese
Entwicklung und nehmen zugleich massgeblichen Einfluss. Bleibt
abzuwarten, welche Aussprache sich fuer SARS endgueltig durchsetzt.
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Was Sie schon immer wissen wollten
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Aussergewoehnliche Pluralbildungen
Exotische und recht selten anzutreffende Vertreter lassen sich
auch unter den Pluralen beobachten. Sie beanspruchen manchmal
ganz unerwartet unsere grauen Zellen: Lautet die Mehrzahl von
"Atlas" nun "Atlanten" oder "Atlasse"? Und
wie mache ich aus
einem "Status" mehrere? Der Atlas laesst gluecklicherweise beide
genannten Formen zu. Beim Status sollte man hingegen nicht auf
"Stati" verfallen, sondern (vielleicht mit einem gedanklichen
Ausflug zum Lateinunterricht) lieber die "Status" - mit lang
gesprochenem u - verwenden. Nicht verwandt mit dem Status ist
der "Kaktus", der als exotisches Gewaechs auch eine exotische
Pluralendung verlangt: "Kakteen". Anders wieder der "Bambus" -
er moechte in der Mehrzahl gern mit "Bambusse" angeredet werden.
Die Pluralendung "-se" laesst sich der Kaktus zur Not auch gefallen
(die "Kaktusse"), allerdings nur mit Naseruempfen, denn sie gilt
hier als umgangssprachlich.
Wenn das alles nichts Neues fuer Sie ist, bringt Sie vielleicht
der letzte Fall ins Gruebeln: Wie lautet der Plural von Inuit?
Die Frage ist nicht ganz fair, denn "Inuit" ist schon eine
Pluralform, und zwar von "Inuk", was in der Sprache der Inuit
"Mensch" bedeutet.
Richtig abenteuerlich werden Pluralformen uebrigens in den
Fachsprachen. Dort ist - anders als in der Standardsprache -
vieles moeglich: Es gibt "Waesser", "Verbraeuche",
"Blute",
"Fleische", auch "Milche" oder "Milchen" sind
keine Seltenheit.
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Fuer Sie nachgeschlagen
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Sophia
(auch:) Sofia; Sophie oder Sofie:
Weiblicher Vorname griechischen Ursprungs (griechisch "sophia" =
Weisheit). Als Vorname geht Sophia auf den Namen einer roemischen
Maertyrerin des 2. Jh.s zurueck, die im Mittelalter besonders im
Elsass verehrt wurde; NAMENSTAG: 15. Mai. Der Name begegnet in
Deutschland bereits im Mittelalter, groessere Verbreitung gewann
der Vorname Sophie aber erst seit dem 18. Jh., wohl gestuetzt
durch seine Verwendung in Fuerstenhaeusern. Ein literarisches
Vorbild des 18. Jh.s war z. B. die Gestalt der Sophie in
Rousseaus Erziehungsroma "Emile". Viel gelesen wurde damals
auch das Buch "Sophiens Reise von Memel nach Sachsen" von J. T.
Hermes. Gegenwaertig ist Jostein Gaarders philosophischer
Roman "Sofies Welt" sehr bekannt. Eine bekannte Operngestalt
ist die Sophie im "Rosenkavalier" von Richard Strauss.
"Sophia" gehoert heute zu den beliebtesten weiblichen Vornamen.
Bekannte Namenstraegerinnen: [...] Sophie Scholl, deutsche
Widerstandskaempferin (20. Jh.); Sofia, Koenigin von Spanien (20. Jh.);
Sophia Loren, italienische Filmschauspielerin (20. Jh.).
Aus: Duden, Das grosse Vornamenlexikon. Mannheim 1998.
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