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| subject: | Duden-Newsletter vom 14. Januar 2005 |
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aus dem Echo : private Mail
Originalabsender : duden-newsletter{at}lists.duden.de
Originaldatum : 14.01.05
Orignalempfaenger :
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+++ Duden-Sprachberatung +++
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Liebe Leserin, lieber Leser,
haben Sie auch viele gute Vors„tze frs neue Jahr gefasst?Dann darf man
wieder gespannt sein, wie lange sie diesesMal anhalten. Oder sollten wir
vielleicht besser fragen,wie "lang" sie anhalten? N„heres zum
Unterschied zwischen"lang" und "lange" erfahren Sie
gleich im ersten Abschnittdieser Ausgabe.
Ein "wo", "das wo" am falschen Platz steht, l„sst uns
somanches Mal die Haare zu Berge stehen. Dass jedoch ineinigen F„llen
"wo" als relativischer Anschluss v”lligrichtig ist, zeigen wir
Ihnen in der zweiten Rubrik.
Das Savoir-vivre der Franzosen hat immer wieder auch diedeutsche Sprache
beeinflusst. Begleiten Sie uns abschlieáendin die Zeit galanter Kavaliere
und gepuderter Percken underfahren Sie mehr zum Einfluss des Franz”sischen
im 17.Jahrhundert.
Viel Spaá beim Lesen wnscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung
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Was Sie schon immer wissen wollten
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lang/lange
Ungeachtet dessen, dass es nicht gerade in der Natur guterVors„tze liegt,
dauerhaft anzuhalten, bleibt fr uns dieFrage zu kl„ren, wie sie es denn
grammatisch richtig tunsollten. Sollten sie idealerweise "lang"
oder "lange"anhalten?
Des R„tsels L”sung besteht darin, das Adjektiv vom Adverbzu unterscheiden.
Das Adjektiv lautet "lang" und gibt dieEigenschaft einer Sache,
einer Person, eines Zustands oderVorgangs an: "Die Schlange an der
Kasse ist lang (nicht:lange)." "Die Tage waren sehr lang."
Dagegen lautet die Form des Adverbs (auch: Umstandswort)"lange" -
damit wird das im Satz genannte Geschehen imHinblick auf die zeitliche
Ausdehnung n„her bestimmt:"Die Sitzung dauerte lange." "Es
ist schon lange her." "Ichhabe schon lange nichts mehr von ihr
geh”rt." "Gute Vors„tzehalten meist nicht lange an."In der
Alltagssprache, besonders in Sd- und Sdwestdeutschland,wird auch als
Adverb die krzere Form gebraucht: "Ich habelang gewartet."
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H„tten Sie's gewusst?
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"wo" als relativischer Anschluss
In bestimmten F„llen kann man v”llig gelassen dem Spottderjenigen
entgegensehen, die grunds„tzlich bei jedem "wo"am Beginn eines
Relativsatzes sprachlichen Frevel wittern.So kann "wo" anstelle
einer Pr„position mit anschlieáendemRelativpronomen (z. B. "in
dem" o. Ž.) als relativischerAnschluss verwendet werden, wenn es sich
um einen r„umlichenBezug handelt: "Kennst du das Land, wo die Zitronen
blhn?"(Goethe). "Sie zeigte ihm das Haus, wo sie lange
Zeitgewohnt hatte."
Auch bei zeitlichem Bezug kann "wo" unbedenklich inrelativischer
Funktion eingesetzt werden: "In demAugenblick, wo (statt:
"als" oder "in dem") wir losgingen,fing es zu regnen
an." "In der Zeit, wo (statt: "als" oder"in
der") ich krank war, ging hier alles drunter und drber."
Nur im Zusammenhang mit Personen oder Sachsubstantiven ist"wo"
tats„chlich deplatziert, d. h. schlichtweg falsch:"Die Frau, die
(nicht: wo) dort am Eingang steht, kenne ich.""Den Film, den
(nicht: wo) ich gestern gesehen habe, fandich gut." "Was ist das
fr ein Ding, das (nicht: wo) dortdrben liegt?"
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Fr Sie nachgeschlagen
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Der Einfluss des Franz”sischen im 17. Jahrhundert
W„hrend der Kriegswirren in der ersten H„lfte des 17.Jahrhunderts hatte das
geistig-kulturelle Leben im DeutschenReich sehr gelitten. Die allgemeine
Not im Lande lieá keinInteresse an Kunst und Wissenschaft mehr zu.
Frankreich,das als Siegermacht aus dem Dreiáigj„hrigen Krieghervorgegangen
war, wurde jetzt das Vorbild in Sprache,Kunst, Mode und sogar in den
t„glichen Umgangsformen.[...]
Geblieben ist zum Beispiel die Form der Anrede (Monsieur,Madame,
Mademoiselle), sie wurde als "mein Herr",
"gn„digeFrau", "gn„diges Fr„ulein" ins Deutsche
bertragen. Auchdie alten Verwandtschaftsbezeichnungen wurden durch
ihrefranz. Entsprechungen ersetzt, und man sagte fr "Mutter"und
"Vater" jetzt "Mama" und "Papa", aus
"Muhme" und "Oheim"wurden "Tante" und
"Onkel", aus "Base" und "Vetter"
wurden"Cousine" und "Cousin".
Die "Garderobe" (franz. garde-robe "Kleidung",
ursprngl."Kleiderzimmer") des "eleganten" Herrn
(franz. elegant,eigentl. "w„hlerisch, geschmackvoll") war ganz
nachfranz”sischem Vorbild ausgerichtet. Zum Anzug trug er eineseidene
"Weste" (franz. veste, aus lateinisch vestis"Kleid"),
und aus seinen Rock„rmeln sahen Spitzenmanschettenhervor.
"Manschette" (franz. manchette) ist eineVerkleinerung von franz.
manche "Žrmel" und bedeutete alsoeigentlich
"Žrmelchen".
Machte ein "Kavalier" (franz. cavalier, eigtl.
"Reiter,Ritter") einer von ihm verehrten "Dame" (franz.
dame, auslateinisch domina "[Haus]herrin") eine
"Visite" (franz. visite"Besuch"), hatte er sich zuvor
"rasieren" lassen (aus franz.raser), seine "Percke"
(franz. perruque, ursprngl. "Haarschopf")kr„ftig mit
"Puder" (franz. poudre, eigentl. "Staub,
Pulver")bestreut und nicht mit "Parfm" (franz. parfum,
eigentl."Wohlgeruch") gespart. Selbstverst„ndlich pflegten sich
auchdie Damen zu "parfmieren" (aus franz. parfumer) und
gabendurch Pudern ihrem "Teint" (franz. teint, eigentl.
"F„rbung,T”nung") das gewnschte Aussehen. Als man in sp„terer
Zeitkeine Percken mehr trug, sorgte man mit viel "Pomade"
dafr(franz. pommade, ital. pomata, zu ital. pomo "Apfel";
dasHaarfett wurde vermutlich aus dem Fleisch einer bestimmtenApfelsorte
hergestellt), dass die "Frisur" (im Deutschengebildet zum franz.
Verb friser "das Haar kr„useln") in Formblieb.
Wer sich so herausgeputzt und entsprechend "Toilette"
gemachthatte (franz. toilette, zu franz. toile "Tuch" und
ursprngl."Tuch, worauf man sein Wasch- und Frisierzeug legt")
undsich "galant" verhielt (franz. galant
"liebenswrdig"), derbrauchte sich nicht zu "genieren"
(aus franz. [se] gener, zufranz. gene "Hemmung").
Aus: Duden 7 - Das Herkunftsw”rterbuch. Mannheim 2001.
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