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| subject: | Duden-Newsletter vom 9. Juli 2004 |
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aus dem Echo : private Mail
Originalabsender : duden-newsletter{at}lists.duden.de
Originaldatum : 09.07.04
Orignalempfaenger :
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+++ Duden-Sprachberatung +++
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Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn am Sonntag die Sonne scheint, am Montag Herr Mon zuBesuch kommt, am
Dienstag Dienst ist, am Mittwoch die Mitteder Woche, wenn es am Donnerstag
donnert und am Freitag freiist, dann ... kann man sich doch die Frage
stellen, wie es sichmit der Schreibweise von Wochentagen (und Tageszeiten)
imDeutschen verhält. Mehr dazu gleich zu Beginn.
Anschließend dreht sich alles um "Un-Wörter". Um solche, dieDinge
bezeichnen, die es - nach Ansicht mancher - vielleichtgar nicht gibt oder
nicht geben sollte, und um solche, dieuns Unannehmlichkeiten bereiten. So
unangenehm, wie dasklingt, wird es allerdings nicht werden, ungelogen!
Zum Schluss erwartet Sie ein kurzer Ausflug in
"gehobene"Sprachregionen. Den "Un-Wörtern" bleiben wir
dabei treu undhaben den Unterschied zwischen "Unbill" und
"Unbilden" fürSie nachgeschlagen.
Ungetrübtes Lesevergnügen wünscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung
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Was Sie schon immer wissen wollten
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Von Wochentagen und Tageszeiten
Nicht nur in einem Kinderbuchklassiker, sondern auch inalltäglichen Texten
werfen die Wochentage und ihreSchreibweise immer wieder Fragen auf. Nehmen
wir zum Beispielden Montag. Sagen Sie zu Ihrer Kollegin: "Am Montag
kommeich erst gegen zehn ins Büro", so meinen Sie einen einzelnenTag,
meist den kommenden ersten Tag der Woche. Der Satz"Montags komme ich
erst gegen zehn" macht hingegen eine ganzandere Aussage. Das zu
"Montag" gebildete Adverb "montags"hat nämlich die
Bedeutung "an jedem Montag".
Wenn Sie den Wochentag durch die Angabe einer Tageszeitergänzen, so wird
diese Zeitangabe zusammengeschrieben:"der Dienstagnachmittag".
Der Satz "Dienstagnachmittagfindest du mich im Schwimmbad" macht
auch hier wieder eineandere Aussage als die Feststellung, dass
man"dienstagnachmittags" im Schwimmbad zu finden sei. Hierbringt
das abgeleitete Adjektiv ebenso wie bei "montags"die Wiederholung
zum Ausdruck. Dieselbe Aussage können Sieallerdings auch mit zwei
eigenständigen Adverbien machen:"Mittwochs morgens hole ich zum
Frühstück immer Brötchen."Es läuft also auf das Gleiche hinaus, wenn
Sie"donnerstagmittags" oder "donnerstags mittags" in
derKantine immer Fisch essen. Wichtig ist, dass Adverbien
immerkleingeschrieben werden.Bezeichnungen für Tageszeiten wie
"Morgen", "Mittag" oder"Abend" werden als
Substantive aufgefasst, weshalb mankorrekterweise schreibt: "heute
Vormittag", "gesternNachmittag" oder "morgen
Früh". Mögen Sie Ausnahmen? HabenSie sie schon erkannt? Richtig,
"morgen früh" dürfen Sieauch kleinschreiben.
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Hätten Sie's gewusst?
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Unkosten und andere Unannehmlichkeiten
Unkosten sind keine schöne Sache. Das Wort klingt immernach Dingen, die man
bezahlen muss, aber gar nicht bezahlenwill. Lästige Ausgaben nebenher ...
Kosten, die eigentlichgar nicht sein dürften? Nun, wie man es nimmt.
Manchmal stürztman sich ja auch geradezu hinein - in Unkosten: "sich
inUnkosten stürzen" definiert das Duden-Universalwörterbuch
mit"[hohe] Ausgaben auf sich nehmen". Klingt auch nicht
geradeerfreulich. Neulich behauptete jemand am Nebentisch,
"Unkosten"gebe es streng genommen gar nicht, so wie das
"Unvermögen",die "Unachtsamkeit" oder die
"Ungeduld" eigentlich auch Dingebezeichneten, die eben nicht
vorhanden seien. Eine geschickteArgumentation, allerdings mit einem Mangel.
Die Vorsilbe "Un-" kann im Deutschen nämlich
unterschiedlicheDinge zum Ausdruck bringen, wobei die Grenzen zuweilen
fließendsind. Sie bezeichnet häufig eine bloße Verneinung
("Unruhe","Unausgeglichenheit"). Sie kann aber auch
bedeuten, dass etwasschlecht, falsch oder unangenehm ist
("Ungeist", "Unsitte","Unwetter").
Schließlich wirkt sie auch bedeutungsverstärkend,und zwar in Verbindung mit
Mengenangaben ("Unmenge", "Unmasse"oder
"Unsumme"). Womit wir wieder beim Geld wären:
"Unkosten"waren ursprünglich wirklich "schlimme,
unangenehme" Kosten.
Heutzutage ist der Bedeutungsunterschied zu "Kosten" nichtmehr
groß. Als "Unkosten" bezeichnet werden
vorwiegend"[unvorhergesehene] Kosten, die neben den
normalen,eingeplanten Ausgaben entstehen" - so das
Universalwörterbuch.In der Betriebswirtschaftslehre sind
"Unkosten" allerdingsnicht bekannt. Dort wird nur von Kosten
(Gemeinkosten)gesprochen.
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Für Sie nachgeschlagen
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Unbill und Unbilden
Die beiden Wörter, von denen "Unbill" nur im
Singular,"Unbilden" nur im Plural steht, haben verschiedene
Bedeutung.Der Singular "die Unbill" ist eine alte
Substantivierung desmittelhochdeutschen Adjektivs "unbil"
("ungemäß"). DiesesWort wird noch in gehobener Ausdrucksweise im
Sinne von"Unrecht, Kränkung" gebraucht: "Er rächte sich für
die Unbill,die ihm widerfahren war." Der Plural "Unbilden"
(ausmittelhochdeutsch "unbilde" = "Unrecht" zu
"unbil" = "ungemäß")wird heute ausschließlich im Sinne
von "Unannehmlichkeiten"gebraucht und vor allem auf das Wetter
bezogen: "Ich littsehr unter den Unbilden des Novemberwetters."
In diesem Sinnkann man den Singular "Unbill" nicht verwenden.
Aus: Duden 9 - Richtiges und gutes Deutsch. Mannheim 2001.
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