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| subject: | Duden-Newsletter vom 15. Juli 2005 |
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aus dem Echo : private Mail
Originalabsender : duden-newsletter{at}lists.duden.de
Originaldatum : 15.07.05
Orignalempfaenger :
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+++ 125 Jahre Duden - immer genau richtig +++
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Liebe Leserin, lieber Leser,
die Geburt als herausragendes Ereignis zeichnet sich auchdurch einige
sprachliche Besonderheiten aus. Gleich zuBeginn stellen wir heute fnf
Verben aus diesem Umfeldvor und zeigen, was es bei ihnen zu beachten gibt.
Anschlieáend erfahren Sie N„heres ber die Herkunft derW”rter
"Kaiserschnitt" und "Kreiásaal". Hinter den
beidenZusammensetzungen verbirgt sich m”glicherweise etwas ganzanderes, als
Sie vermuten.
Zu guter Letzt haben wir fr Sie nachgeschlagen, was esmit dem kreiáenden
Berg und der Maus auf sich hat.
Gute Unterhaltung wnscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung
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Was Sie schon immer wissen wollten
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geb„ren, entbinden, stillen, s„ugen, saugen
Wenn es um den Nachwuchs geht, ist vieles auáergew”hnlich.Das beginnt schon
mit dem Verb "geb„ren". Ursprnglich einunregelm„áiges Verb,
wurde "geb„ren" frher durchweg starkgebeugt. Die 2. und 3.
Person Singular und der Imperativlauteten: "du gebierst, sie gebiert,
gebier!". Heute werdenim Indikativ Pr„sens neben den starken zuweilen
auch dieschwach gebeugten Formen "geb„rst, geb„rt, geb„re!"
verwendet.Im Pr„teritum heiát es weiterhin nur "gebarst, gebar"
unddas Partizip Perfekt lautet wie eh und je "geboren" -
daranwird wohl niemand zweifeln.
Das Verb "entbinden" kann sowohl transitiv als auchintransitiv
verwendet werden. Die passivische Konstruktion"die Patientin ist
entbunden worden" geh”rt zu der transitivenForm "jemanden
entbinden", was so viel bedeutet wie"Geburtshilfe leisten".
So kann man beispielsweise fragen:"Wer hat sie entbunden?" Heute
ist eher der Gebrauch deraktivischen Form blich: "die Patientin hat
entbunden"; indieser intransitiven Verwendung hat
"entbinden" die Bedeutung"geb„ren".
Das Verb "stillen" ist in grammatischer Hinsicht
unkompliziert.Interessant ist aber, dass im Neuhochdeutschen erst seit
dem16. Jahrhundert "ein Kind stillen" anstelle von
"s„ugen"verwendet wird. W„hrend das Verb "s„ugen" (=
"saugen lassen")heute meist im Zusammenhang mit Tieren
gebr„uchlich ist undschwach gebeugt wird ("sie s„ugt, s„ugte, hat
ges„ugt"),folgt das eng verwandte "saugen" der starken
Konjugation("es saugt, sog, hat gesogen"). Allerdings sind neben
diesenFormen heute auch schon "saugte" und "gesaugt"
blich: "DasKind saugte zufrieden an der Brust."
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H„tten Sie's gewusst?
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Kaiserschnitt und Kreiásaal
War der groáe Caesar ein Pr„zedenzfall fr den Kaiserschnitt?Oder hat ein
Arzt namens Kaiser diese Geburtsmethode zum erstenMal angewendet? Geht etwa
auch der "Kreiásaal" auf einen "Dr.Kreiá" zurck?
Keineswegs. Des R„tsels L”sung liegt woanders.
Bei dem r”mischen Schriftsteller Plinius findet sich der Versuch,den
altr”mischen Namen "Caesar" zu deuten. Danach soll der
ersteTr„ger dieses Namens bei der Geburt aus dem Leib seiner
Mutterherausgeschnitten worden sein (zu lat. "caedere, caesum"
="schlagen, hauen, herausschneiden"). Aufgrund dieser
Legendepr„gte man in der mittelalterlichen Medizin fr die
operativeEntbindung die Bezeichnung "sectio caesarea"
("c„sarischerSchnitt"). Dieser Terminus lebt in den modernen
europ„ischenSprachen fort. Im Deutschen kam es zu den
Lehnbersetzungen"kaiserlicher Schnitt" und
"Kaiserschnitt", von denen sich diezweite durchsetzte.
In dem Wort "Kreiásaal" haben viele von Ihnen gewiss schondas
Verb "kreiáen" ausgemacht. Das zugrunde
liegendemittelhochdeutsche Verb ist lautmalerischen Ursprungs und hattedie
Bedeutung "gellend schreien, kreischen, st”hnen".Im 17.
Jahrhundert wurde "kreiáen" speziell auf das Schreiender
geb„renden Frau bezogen und entwickelte so die Bedeutung"in
Geburtswehen liegen". Die Zusammensetzung "Kreiásaal"fr den
Entbindungsraum im Krankenhaus entstand erst im20. Jahrhundert.
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Fr Sie nachgeschlagen
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Der Berg kreiáte und gebar eine Maus
Diese Redensart stammt aus der "Ars poetica" des
r”mischenDichters Horaz (65 bis 8 v. Chr.), wo es in Vers 139
heiát:"Es kreiáen die Berge, zur Welt kommt nur ein
l„cherlichesM„uschen" (lateinisch: "Parturient montes, nascetur
ridiculusmus"). Mit diesen Worten wollte Horaz die Dichter
kritisieren,die nur wenig von dem halten, was sie versprechen. Wenn
jemandgroáe Vorbereitungen trifft, groáe Versprechungen macht undkaum etwas
dabei herauskommt, dann zitiert man heute: "Der Bergkreiáte und gebar
eine Maus" oder auch nur: "Der Berg gebareine Maus."
Aus: Duden 12, Zitate und Aussprche. Mannheim 2002.
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