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| subject: | Duden-Newsletter vom 25. Juni 2004 |
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aus dem Echo : private Mail
Originalabsender : duden-newsletter{at}lists.duden.de
Originaldatum : 25.06.04
Orignalempfaenger :
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Liebe Leserin, lieber Leser,
bei der Fussball-EM wird wieder einmal deutlich, dass nichtnur das Koennen
der Spieler ueber Sieg oder Niederlageentscheidet. Manchmal fehlt beim
Torschuss einfach etwasGlueck - eben das beruehmte "Quaentchen".
Dieses Wort habenwir in der ersten Rubrik unter die Lupe genommen.
Waehrend das Treten von Ecken und Freistoessen beimFussballspielen durch
das Reglement legitimiert ist, wirddas Treten des Gegners vom
Schiedsrichter (meist) geahndet.Tipps zur sprachlich korrekten Verwendung
von "treten"finden Sie im zweiten Abschnitt.
Egal ob Sie nun die Fernsehuebertragungen aus Wimbledonoder die aus
Portugal verfolgen: In der Berichterstattungwerden viele Fachausdruecke
verwendet, die ihren Ursprungim Englischen haben. Wissenswertes zur
Herkunft wichtigerBegriffe aus den Bereichen Tennis und Fussball haben
wirzum Schluss fuer Sie nachgeschlagen.
Viel Spass beim Lesen und spannende Sportwochen wuenscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung
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Was Sie schon immer wissen wollten
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Quaentchen
Nicht nur im Sport kann das viel zitierte Quaentchen Glueckmanchmal ueber
Erfolg oder Misserfolg entscheiden. "Quaentchen"wird in der
Bedeutung "kleine Menge, ein bisschen" verwendetund ist eine
Verkleinerungsform zu "Quent", dem Namen einesfrueheren deutschen
Handelsgewichts. "Quent" geht auf dasmittellateinische
"quentinus" zurueck, den vierten Teil einesLots.Trotzdem wird
"Quaentchen" in neuer Rechtschreibung nicht mit"e",
sondern mit "ae" geschrieben, da der sprachhistorischeHintergrund
nicht allgemein bekannt ist und das Wort deshalbmit "Quantum" in
Verbindung gebracht wird. Der Plural"die Quaentchen" wird recht
selten verwendet. Ebenfalls nurvereinzelt gebraucht wird das Adverb
"quaentchenweise" mitder Bedeutung "von Mal zu Mal nur ein
kleines bisschen mehr;haeppchenweise".
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Haetten Sie's gewusst?
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treten
Wird "treten" in der Bedeutung "mit dem Fuss treffen"
aufeinen Koerperteil bezogen, dann kann die betroffene Person imDativ oder
im Akkusativ stehen: "Der Fussballspieler trittseinem/seinen Gegner
regelwidrig vors Schienbein." Sowohl beider Dativ-Verwendung als auch
bei der Akkusativ-Variante liegtder Hauptton auf der Angabe des
Koerperteils: "Er tritt ihm/ihnauf den Fuss, in den Bauch, ans
Knie." Wird "treten" jedoch imSinn von "an eine Stelle
gehen oder gelangen" verwendet, dannkann die betroffene Person nur im
Dativ stehen: "Dem gefoultenSpieler sind die Traenen in die Augen
getreten. Dem Torwart istder Schweiss auf die Stirn getreten."
Das transitive Verb "treten" bildet das Perfekt mit
"haben":"Der Spieler hat den Ball ins Aus getreten."
Als intransitivesVerb bildet "treten" das Perfekt mit
"sein": "Der Torwart istvon einem Fuss auf den anderen
getreten."In der Bedeutung "seinen Fuss auf, in etwas
setzen" kann dasPerfekt von "treten" mit "haben"
oder "sein" gebildet werden.Wenn das Treten absichtlich
geschieht, heisst es: "Der Spielerhat gegen den Pfosten
getreten." Mit "ist" und seltener mit"hat"
umschreibt man, wenn das Treten unabsichtlich, durch einMissgeschick o. Ae.
geschieht: "Der Spieler ist in eine Pfuetzegetreten."
Wenn es um die Befehlsform geht, wird "treten" haeufig
falschgebeugt. "Trete!" zieht aus sprachlicher Sicht die rote
Kartenach sich; richtig lautet der Imperativ "tritt!".
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Fuer Sie nachgeschlagen
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Die Sportsprache: Tennis und Fussball
Im spaeten 19. Jahrhundert und zu Anfang des 20. Jahrhundertswar es vor
allem der Sport, der eine Fuelle von Fremdwoertern insDeutsche brachte.
Auch das Wort "Sport" selbst gehoerte dazu.Es bedeutete
urspruenglich "Zeitvertreib, Spiel" und ist eineKurzform von
englisch "disport" (= Vergnuegen).
Die von den Briten uebernommenen Sportarten Tennis und Fussballbehielten
zunaechst ihren englischen Fachwortschatz bei. Nachund nach wurden aber
viele englische Begriffe durch Umformungen,Uebersetzungen oder Neubildungen
ersetzt, z. B. "Aufschlag"(fuer englisch "service"),
"Einstand" (fuer englisch
"deuce"),"Schlaeger" (fuer englisch
"racket"), "Vorteil" (fuer
englisch"advantage"). Der Deutsche Fussballbund uebernahm zu
Anfang des20. Jahrhunderts als offizielle Bezeichnungen dieVerdeutschungen
"abseits" (fuer englisch "offside"),
"Aus"(Lehnuebersetzung von englisch "out"),
"Ecke" (fuer englisch"corner"), "Halbzeit"
(Lehnuebersetzung von englisch "halftime"),"Stuermer"
(fuer englisch "forward"), "Tor" (fuer englisch
"goal"),"Verteidiger" (fuer englisch "back").
Bis heute sind dagegenals Fremdwoerter "trainieren",
"Trainer" und "Training"erhalten geblieben.
Aus: Duden 7 - Das Herkunftswoerterbuch. Mannheim 2001.
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Ausgestattet mit 5 000 neuen Woertern und dem endgueltigen undaktuellen
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am 28. August 2004 auf den Markt.
Weitere Infos unter: http://www.duden.de/newsletter/tipp
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