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from: michael kleerbaum
date: 2005-10-09 20:16:00
subject: Duden-Newsletter vom 7. Oktober 2005

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aus dem Echo      : private Mail
Originalabsender  : duden-newsletter{at}lists.duden.de
Originaldatum     : 07.10.05
Orignalempfaenger :
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+++ 125 Jahre Duden - immer genau richtig +++

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Liebe Leserin, lieber Leser,

ein "Vater vierer T”chter", die "Mutter fnfer Kinder" - 
kommen Sie bei diesen Formulierungen ins Grbeln? Was manbei der
Deklination von Kardinalzahlen beachten sollte,lesen Sie im ersten Teil
unserer heutigen Newsletterausgabe.
Wenn jemand "Tabula rasa" macht, stӇt dies nicht immer
aufungeteilte Zustimmung, manch einer empfindet es vielleichtnicht als
"Ultima Ratio". Was bei der Schreibung dieserund anderer aus dem
Lateinischen stammenden Wendungen zubeachten ist, zeigen wir Ihnen in
unserer zweiten Rubrik
Schlieálich haben wir auch gleich fr Sie nachgeschlagen,was diese beiden
Wendungen denn eigentlich bedeuten.
Viel Spaá beim Lesen wnscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung


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Was Sie schon immer wissen wollten
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Deklination von Kardinalzahlen

Von den Kardinalzahlen wird "ein" vollst„ndig dekliniert,die
Zahlw”rter von "zwei" bis "zw”lf" dagegen nur
teilweise.
Steht "ein" allein vor einem Substantiv, wird es
grunds„tzlichstark gebeugt, dies gilt auch fr den Genitiv: "Mutter
einesSohnes", "binnen eines (nicht: einen) Monats".
Im Genitiv mssen auch die Zahlen "zwei" und "drei"
starkgebeugt werden. "Durch die Aufmerksamkeit zweier Kunden konnteder
Ladendieb schnell dingfest gemacht werden." "Die Entlassungdreier
Mitarbeiterinnen fhrte zu Unruhe unter der Belegschaft."Wird der
Kasus jedoch durch einen Artikel oder einDemonstrativpronomen deutlich,
bleiben die Zahlw”rter "zwei"und "drei" ungebeugt.
"Nach der Entdeckung der zwei blindenPassagiere suchte man nach
Verantwortlichen." "Die Befragungdieser drei Kandidaten wird am
Freitag stattfinden." Im Dativund Akkusativ bleiben "zwei"
und "drei" generell ungebeugt.

Ab der Grundzahl "vier" ist die Beugung selbst im
Genitivunblich, sie wird als gespreizt empfunden. Aus dem
"Vatervierer T”chter" oder der "Mutter fnfer Kinder"
sollte mandarum besser einen "Vater von vier T”chtern" und eine
"Muttervon fnf Kindern" machen.



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H„tten Sie's gewusst?
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Schreibung substantivischer Fgungen aus dem Lateinischen

Bei mehrteiligen Substantiven und substantivischenAneinanderreihungen
werden das erste Wort und die substantivischenBestandteile groágeschrieben.
Dies gilt auch fr Substantive ausanderen Sprachen, wenn sie nicht als
Zitatw”rter behandelt werden.In den folgenden Wendungen ist der zweite
Bestandteil immer einSubstantiv, das demnach groágeschrieben wird:
"Sie hielt es nichtfr die Ultima Ratio (lat. ratio = Vernunft), ihm
reinen Weineinzuschenken." "Das Corpus Delicti (lat. delictum =
Vergehen)lag unbersehbar mitten auf dem Tisch."Umgekehrt ist darauf
zu achten, dass nicht substantivischeBestandteile in solchen Fgungen
kleingeschrieben werden: "Erhatte beschlossen, endlich Tabula rasa
(lat. rasa, 2. Partizip vonradere = [aus]kratzen, [ab]schaben) zu machen
und zu kndigen.""Das Urlaubsziel war fr sie noch Terra
incognita (lat. incognitus =unbekannt)".
Nur bei festen adverbiellen Fgungen gilt die Kleinschreibungder
Substantive, z. B. "etwas in natura anschauen" oder (aus
demItalienischen) "a cappella singen".



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Fr Sie nachgeschlagen
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Tabula rasa

Die lateinische Form des bereits in der griechischen Antikemehrfach
belegten Ausdrucks mit der Bedeutung "unbeschriebenesBlatt"
(w”rtlich: "glatt geschabte [Wachs]tafel") l„sst sichzuerst im
Mittelalter nachweisen, und zwar in der Schrift "šberdie Seele"
des Theologen, Philosophen und Naturforschers AlbertusMagnus (um 1200 bis
1280). Auch sein berhmter Schler Thomas vonAquin hat den Ausdruck
verwendet [...]. Neben der oben angefhrtenBedeutung hat sich in der
Redewendung "Tabula rasa machen" einezweite entwickelt. Man
gebraucht diese Wendung im Sinne von"reinen Tisch machen, klare
Verh„ltnisse schaffen".

Ultima Ratio

Der lateinische Ausdruck mit der Bedeutung "letztes,
„uáerstesMittel" wurde h„ufig fr milit„rische Auseinandersetzungen
nachergebnislosen Verhandlungen verwendet. Die Wendung "Ultima
ratioregum" ("letztes Mittel der K”nige") - geht auf den
spanischenDichter P. Calderon de la Barca zurck. In seinem Drama "In
diesemLeben ist alles wahr und alles Lge" (vor 1644) ist von Pulver
undBlei als "Ultima razon de reyes" die Rede. Im 17. Jahrhundert
wardie Wendung eine h„ufige Inschrift auf franz”sischen Kanonen.In Preuáen
verwendete man sie in der abgewandelten Form "Ultima ratioregis"
seit 1742.

Aus: Duden 12, Zitate und Aussprche. Mannheim 2002.

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