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| subject: | Re: Hi Leute |
Hallo Dieter, (ich werde mal wieder vereinfachen :) ) DD> Das stimmt ja. Der Wiederaufbau der alten DDR hat aber auch mehr gekostet, DD> wie man vorher gedacht hat. Es gab ein paar "Berater", die haben gedacht oder jedenfalls gesagt, man muesse der DDR einfach nur "den Kapitalismus", die D-Mark und etwas Schwung geben, dann wuerde alles von alleine laufen. Es muss welche gegeben haben, die es geglaubt haben - solche gibt es heute noch. =:) Eigentlich aber waren sich wohl alle darueber klar, dass es gewaltige Opfer kosten wuerde und auch viel laenger dauern wuerde, deutlich mehr als der gemeine Politiker erzaehlen wollte. Hoeren wollte das aber niemand so wirklich gerne. Die einen nicht, weil sie mit 20 Jahren "nach 40 Jahren real existierendem Sozialismus" nicht laenger warten wollten und damit drohten in den Westen abzuwandern.(mir hat wirklich ein knapp 20 jaehriger erzaehlt, dass er ja 40 Jahre nichts aus dem Westen kaufen konnte. =:)) Die anderen wollten es nicht hoeren, weil es bedeutet haette, dass sie ueber laengere Zeit den armen Osten aufbauen muessten, also das, was "unsere Politiker" immer noch unter den Tisch zu kehren versuchen. Es klingt aber viel besser, von "bluehenden Landschaften" zu reden - und durch nichts zu begruendenden (Zweck-) Optimismus verbreiten zu wollen, als von Opfern und Einschraenkungen und langer Zeit usw. zu reden und als Pessimist oder Miesmacher angesehen zu werden. Das war auch mit einer der Gruende, weshalb die Bundestagswahl 1990 so ausging, wie sie ausging. Es waere auch muessig, sich Gedanken zu machen, ob ein Kanzler Lafontaine heute wirklich andere Verhaeltnisse geschaffen haette, denn er hat sich mit seinen eigenen Aussagen am meisten um die paar Chancen gebracht, die er gehabt haette. Ohne Grenzoeffnung '89 haette es ihn wohl Muehe gekostet, Kohl nicht abzuloesen. DD> Es sind aber auch Firmen aus der BRD dort hin und haben neu aufgebaut. Die wenigsten Westler haben etwas groesseres neues aufgebaut. Haeufig ging es nur darum, Konkurrenz fruehzeitig stillzulegen oder Kunden abzugrasen und deren Geld in der eigenenen Altersversorgung zu binden. Einige haben auch etwas erschaffen koennen, so ist das auch nicht. Ein paar Optimisten haben wirklich versucht, etwas aufzubauen und sind klaeglich gescheitert . Manche am "es-muss-was-aus-dem-Westen-sein"-Syndrom, manche daran, dass einige glaubten, einen ungewoehnlich hohen Nachholbedarf zu haben (und sich den erlauben zu koennen), andere an alten Seilschaften, die sich quer legten, die Rechtssicherheit und Vertraege verhinderten, ein paar an bereits grosszuegig im Westen entschaedigten, die ploetzlich "ihr Eigentum" zurueckforderten, noch ein paar daran, dass manche ihrer neuen Mitarbeiter die Zeichen der Zeit nicht erkannten (erkennen wollten) und moeglichst unauffaellig weitermachen und keine Intitiative ergreifen wollten. Wieder andere sind auch einfach nur am Neid ihrer Mitbuerger gescheitert - denn im Gegensatz zum Westen, wo sehr hohe Quoten fremdfinanziert wurden, wurde im Osten nicht wirklich auf Kredit finanziert, was dann bei den potentiellen Kunden das Gefuehl hervorgerufen haben muss, dass die "neuen Chefs" dickes Geld hatten oder in alte Kluengeleien verwickelt waren, waehrend sie selber nicht so wirklich wussten, wie sie ueber die Runden oder nur in die "neue Zeit" kommen sollten. DD> Kurz danach haben sie Pleite gemacht. Die einen mit Absicht, die anderen, weil sie von vornherein nicht die Spur einer Chance hatten. Und auch einige, weil sie sich uebernommen hatten. Schau dir z.B. Papenburg oder Emden an. Wenn die grossen Arbeitgeber husten, liegen die Zulieferer auf der Intensivstation und die abhaengigen Laeden, wie Einzelhandelsgeschaefte haben immense Umsatzverluste - und wer am kleinen Kunden haengt und keine Geldquelle hat, bekommt auch schnell mal Probleme. Im Osten war es nicht anders - ausser, dass niemand den Gemeinden bei ihren Aufbauarbeiten auf die Finger geschaut und manchen bei ihrem Groessenwahn Einhalt geboten hat. So bleiben mancherorts riesige (teil)erschlossene Wirtschaftsflaechen mit riesigen Abwasseraufbereitungsanlagen, die mit Bundesmitteln angestossen wurden aber auf mittlere Sicht weder Arbeitsplaetze gesichert noch welche geschaffen haben, sondern nur Kosten fuer die Gemeinden und damit fuer deren Buerger. DD> Haben aber vom Staat reichlich Geld bekommen fuer die Umsiedelung. ... und sie bekommen noch heute Geld (oder drohen, abzuwandern). freundliche Gruesse, Olaf --- Yuppie! v2.12* Origin: wer nie zurueckblickt, sieht seine Fehler nicht (2:2437/40.26) SEEN-BY: 633/267 270 @PATH: 2437/40 2432/200 774/605 123/500 106/2000 633/267 |
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