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| subject: | Hi Leute |
Hallo Olaf ! Am 19.07.03 schrieb Olaf Maschmeyer an Dieter Doelling: OM> (ich werde mal wieder vereinfachen :) ) Hast dir aber dennoch Muehe gegeben, nicht nur einen der ueblichen Zweizeiler zu produzieren :) DD>> Eigentlich aber waren sich wohl alle OM> darueber klar, dass es gewaltige Opfer kosten wuerde und auch viel OM> laenger dauern wuerde, deutlich mehr als der gemeine Politiker OM> erzaehlen wollte. Hoeren wollte das aber niemand so wirklich gerne. Weswegen dieselben Politiker wie damals noch heute eifrig wieder- gewaehlt werden. OM> Die einen nicht, weil sie mit 20 Jahren "nach 40 Jahren real OM> existierendem Sozialismus" nicht laenger warten wollten und damit OM> drohten in den Westen abzuwandern. Man kann dies als Panne betrachten: noch ein zwei Jahre ohne Wieder- vereinigung, dafuer mit SPD Regierung und es haette die DDR Staats- buergerschaft (Grundgesetzaenderung), mithin kein Zuzugsrecht fuer die Ossis gegeben. OM> (mir hat wirklich ein knapp 20 OM> jaehriger erzaehlt, dass er ja 40 Jahre nichts aus dem Westen OM> kaufen konnte. =:)) Die anderen wollten es nicht hoeren, weil es OM> bedeutet haette, dass sie ueber laengere Zeit den armen Osten OM> aufbauen muessten, also das, was "unsere Politiker" immer noch OM> unter den Tisch zu kehren versuchen. Der Wohlstand im Westen fiel, was gerne vergessen wird, auch nicht vom Himmel. Wenn von Angleichung der Lebensverhaeltnisse fabuliert wird: erstens will der Brandenburger nicht wie ein Bayer leben (um- gekehrt schon gar nicht) und zweitens warum sollte die eigentlich nicht in Richtung Polen oder Tschechien stattfinden. OM> Es klingt aber viel besser, OM> von "bluehenden Landschaften" zu reden - und durch nichts zu OM> begruendenden (Zweck-) Optimismus verbreiten zu wollen, als von OM> Opfern und Einschraenkungen und langer Zeit usw. zu reden und als OM> Pessimist oder Miesmacher angesehen zu werden. Das war auch mit OM> einer der Gruende, weshalb die Bundestagswahl 1990 so ausging, wie OM> sie ausging. Es waere auch muessig, sich Gedanken zu machen, ob ein OM> Kanzler Lafontaine heute wirklich andere Verhaeltnisse geschaffen OM> haette, denn er hat sich mit seinen eigenen Aussagen am meisten um OM> die paar Chancen gebracht, die er gehabt haette. Ohne Grenzoeffnung OM> '89 haette es ihn wohl Muehe gekostet, Kohl nicht abzuloesen. Wobei es unter SPD Regentschaft wohl kaum zur Vereinigung in der real abgelaufenen Form gekommen waere. Schroeder z.B. liess der JU (CDU 'Jugend'organisation) per Gerichtsbeschluss verbieten, seinen 80er Jahre Ausspruch von wegen 'reaktionaeren Wiedervereinigungsphantasien' unters Volk zu bringen. DD>> Es sind aber auch Firmen aus der BRD dort hin und haben neu DD>> aufgebaut. OM> Die wenigsten Westler haben etwas groesseres neues aufgebaut. OM> Haeufig ging es nur darum, Konkurrenz fruehzeitig stillzulegen oder OM> Kunden abzugrasen und deren Geld in der eigenenen Altersversorgung OM> zu binden. Einige haben auch etwas erschaffen koennen, so ist das OM> auch nicht. Ein paar Optimisten haben wirklich versucht, etwas OM> aufzubauen und sind klaeglich gescheitert . Schwer, hier zu gewichten, wieviele Idealisten, Abzocker oder ganz normale Investoren am Werk waren. OM> Manche am OM> "es-muss-was-aus-dem-Westen-sein"-Syndrom, manche daran, dass OM> einige glaubten, einen ungewoehnlich hohen Nachholbedarf zu haben OM> (und sich den erlauben zu koennen), andere an alten Seilschaften, OM> die sich quer legten, die Rechtssicherheit und Vertraege OM> verhinderten, ein paar an bereits grosszuegig im Westen OM> entschaedigten, die ploetzlich "ihr Eigentum" zurueckforderten, Ich weiss zwar nicht, wie grosszuegig die Vorabentschaedigungen im Einzelnen waren; jedenfalls wurde kein Enteigneter besser gestellt als sein besitzender Standesgenosse im Westen, der 45 nix hergeben musste. Vollends unverstaendlich die Unterscheidung vor/nach 49, die ja auf der Kohl/Schaeuble/Waigel -Luege von den sowjetischen Bedin- gungen basierte. Wohlgemerkt geht's nicht darum, der Oma ihr Hauschen wieder wegzunehmen sondern um vom Staat usurpiertes Eigentum. OM> noch ein paar daran, dass manche ihrer neuen Mitarbeiter die OM> Zeichen der Zeit nicht erkannten (erkennen wollten) und moeglichst OM> unauffaellig weitermachen und keine Intitiative ergreifen wollten. Ich hoere immer wieder von Mitarbeitern, die viel mehr Anteil am Schicksal des Betriebes nehmen, als Wessi Arbeitnehmer: unbezahlte Ueberstunden, Verzicht auf Tarifloehne, etc. War auch beim juengsten Metallerstreik zu beobachten, als die Fernsehinterviewten nur wenig Verstaendnis fuer BRD Gewerkschaftskultur aufbrachten. Andererseits gibt's latuernich ueberall solche und solchene. OM> Wieder andere sind auch einfach nur am Neid ihrer Mitbuerger OM> gescheitert - denn im Gegensatz zum Westen, wo sehr hohe Quoten OM> fremdfinanziert wurden, wurde im Osten nicht wirklich auf Kredit OM> finanziert, was dann bei den potentiellen Kunden das Gefuehl OM> hervorgerufen haben muss, dass die "neuen Chefs" dickes Geld hatten OM> oder in alte Kluengeleien verwickelt waren, waehrend sie selber OM> nicht so wirklich wussten, wie sie ueber die Runden oder nur in die OM> "neue Zeit" kommen sollten. Neid oder berechtigte Skepsis bezueglich der Gerechtigkeit auf dieser unserer Welt? Man vergleiche hierzu einmal die Renten der Stasimitar- beiter und -opfer. OM> Im Osten war es nicht anders - ausser, dass OM> niemand den Gemeinden bei ihren Aufbauarbeiten auf die Finger OM> geschaut und manchen bei ihrem Groessenwahn Einhalt geboten hat. So OM> bleiben mancherorts riesige (teil)erschlossene Wirtschaftsflaechen OM> mit riesigen Abwasseraufbereitungsanlagen, die mit Bundesmitteln OM> angestossen wurden aber auf mittlere Sicht weder Arbeitsplaetze OM> gesichert noch welche geschaffen haben, sondern nur Kosten fuer die OM> Gemeinden und damit fuer deren Buerger. Nicht zu vergessen fuer die West Buerger und die Westwirtschaft. Die Koreaner sagen verstaendlicherweise, der deutsche Vereinigungsweg sei ein Beispiel dafuer, wie man's nicht machen sollte. Der Herr Altbun- deskanzler dagegen erzaehlt in seiner Selbstgerechtigkeit noch immer die Mitterand Anekdote 'die Deutschen schaffen das'. Wo der alte Fuchs doch genau wusste, dass Wiedervereinigung plus Euro das endgueltige Ende eines 'starken' Deutschlands sein wuerden. Was er wohl nicht kalkulierte, war, ob ein schwaches Deutschland im franzoesischen Interesse laege. Sollte die Talfahrt im Lande fortschreiten, und davon ist auszugehen, muss wohl auch mal einer auf die Idee kommen, die deutschen Nettozahlungen an Bruessel in Frage zu stellen: z.B. in Form eines Thatcher Deals fuer dieses unser Land. DD>> Haben aber vom Staat reichlich Geld bekommen fuer die Umsiedelung. OM> ... und sie bekommen noch heute Geld (oder drohen, abzuwandern). Wie das? Kriegt man in Neufuenfland Handgeld, wenn man sich als junger Arbeitsloser verpflichtet, nicht abzuhauen? Wuerde irgendwie in das trostlose Bild einer auf ewig am Transfertopf haengenden Ge- sellschaft passen. Besten Gruss, Clemens --- APoint 1.25* Origin: Ändern kann man goa nix, weil sonst hätt' man's scho (2:244/1351.11) SEEN-BY: 633/267 270 @PATH: 244/1500 1200 2432/200 774/605 123/500 106/2000 633/267 |
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