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| subject: | Duden-Newsletter vom 20. Februar 2004 |
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aus dem Echo : private Mail
Originalabsender : duden-newsletter{at}mx-lists.duden.de
Originaldatum : 20.02.04
Orignalempfaenger :
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+++ Duden-Sprachberatung +++
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Liebe Leserin, lieber Leser,
nicht nur angesichts des laestigen Winterspecks ist das mitdem
"Wiegen" so eine Sache. Auch in sprachlicher Hinsichtkann man
unangenehme Ueberraschungen erleben. Wenn Siedeshalb erwaegen, sich mit der
korrekten Verwendung von"wiegen" zu beschaeftigen, werden Sie in
unserer erstenRubrik fuendig.
Enttaeuschende Gewichtskontrollen muenden nicht selten ineine oder mehrere
Diaeten - nicht zu verwechseln mit denDiaeten, die nur im Plural vorkommen.
Naeheres erfahren Siein unserer zweiten Rubrik.
Gern zollen wir in unserem Newsletter dem Karneval Tribut.Passend zu den
"tollen Tagen" haben wir zu guter Letztdie Herkunft von
"Rosenmontag" und "Kostuem" fuer Sienachgeschlagen.
Viel Spass beim Lesen und unbeschwerte Karnevals-,
Faschings- oder Fastnachtstage wuenscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung
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Haetten Sie's gewusst?
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wiegen
Wenn ein versierter Hobbykoch darauf besteht, diePetersilie
"gewiegt" zu haben, handelt es sichkeineswegs um einen
sprachlichen Fehler. Kennern derMaterie ist klar, dass er dazu keine Waage,
sondern einMesser benutzt - und folglich das Verb "wiegen" nach
demMuster der regelmaessigen Konjugation gebeugt hat.
Berichtet hingegen ein Babysitter den gerade heimgekehrtenEltern, ihr
Kleinkind den ganzen Abend gewogen zu haben,wird er vermutlich der
Unfaehigkeit bezichtigt - entwederhinsichtlich der Betreuung seines
Schuetzlings oder wegenfehlerhaften Sprachgebrauchs.
Die korrekte Verwendung und Flexion von "wiegen" beruhtauf
folgender Unterscheidung: Das regelmaessige Verb"wiegen, wiegte,
gewiegt" bedeutet "etwas in schaukelndeBewegung versetzen;
Kraeuter o. Ae. mit einem Wiegemesserzerkleinern". Das unregelmaessige
Verb "wiegen, wog,gewogen" hingegen wird im Sinne von "das
Gewicht einerSache bestimmen, ein bestimmtes Gewicht haben"
verwendet.Gemaess dieser Abgrenzung sagt man daher auch im
uebertragenenSinne: "Alle haben sich in Sicherheit gewiegt."
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Was Sie schon immer wissen wollten
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Diaet und Diaeten
Wenn Ihr Kollege in der Kantine sehnsuechtig auf Ihren gutgefuellten Teller
schielt, haelt er vermutlich gerade Diaet.Den laestigen Pfunden, die auf
den uebermaessigen Genuss vonStollen, Weihnachtsgans und Gluehwein
zurueckzufuehren sind,ruecken viele Zeitgenossen mit mehr oder weniger
Erfolgversprechenden Diaeten zu Leibe. Dabei handelt es sich umspezielle
Ernaehrungsweisen, die auf die Beduerfnisse vonUebergewichtigen, aber auch
von Kranken o. Ae. abgestimmtsind. Das Substantiv "Diaet" wurde
Anfang des 13.Jahrhunderts als medizinischer Terminus in gleicherBedeutung
aus dem Lateinischen entlehnt. Lateinisch"diaeta" wiederum geht
auf griechisch "diaita" zurueck,dessen Grundbedeutung mit
"(Lebens)einteilung" umschriebenwerden kann.
"Diaeten" in der Bedeutung "Bezuege der Abgeordneten
einesParlaments o. Ae." wird dagegen nur im Plural verwendet.Von
Kritikern gern als Ueberversorgung angeprangert, haben"Diaeten"
in der Tat - unter sprachlichem Aspekt betrachtet -
mit Schonkost nichts zu tun. Das Wort ist wohl eineKuerzung aus
"Diaetengelder" und wurde im 18. Jahrhundertaus franzoesisch
"diete" ("tagende Versammlung") entlehnt.Bei dem
zugrunde liegenden mittellateinischen "dieta,diaeta"
("festgesetzter Tag, Termin, Versammlung")wiederum handelt es
sich um eine Ableitung von demlateinischen Wort "dies"
("Tag").
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Fuer Sie nachgeschlagen
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Rosenmontag
Die Bezeichnung fuer den Montag vor Fastnachtsdienstag hatsich aus
niederrheinisch "rasen(d)montag" (beachte
koelnisch"rose" = "toben, tollen, ausgelassen sein")
entwickelt undbedeutet demnach also eigentlich "rasender (wilder,
toller)Montag". Ausserhalb des Rheinlandes wird das Bestimmungswortvon
"Rosenmontag" gewoehnlich als Plural des
Blumennamens"Rose" aufgefasst.
Kostuem
Am Anfang der Geschichte dieses Fremdwortes steht daslateinische Substantiv
"consuetudo" (= "Gewoehnung, Gewohnheit,Herkommen, Brauch,
Sitte usw."), das zu lateinisch"consuescere" (= "sich
gewoehnen, eine Gewohnheit annehmen")gehoert. Auf lateinisch
"consuetudo" geht das italienischeSubstantiv "costume"
zurueck, das in deutschen Texten seitdem 18. Jahrhundert in der Sprache der
Kunst als Bezeichnungnationaler Eigenheiten und Zustaende in den
verschiedenstenkulturellen Bereichen (und deren historisch
getreuerWiedergabe) erscheint. Es konnte sich auf Trachten, Moebel,Waffen,
Gebaeude und anderes beziehen. Am Ende des 18.Jahrhunderts geriet das Wort
unter den Einfluss desgleichfalls aus dem Italienischen stammenden
franzoesischenSubstantivs "costume", das die Bedeutungsverengung
unseresFremdwortes auf den Bereich der (historischen) Kleidungmassgebend
bestimmte. So wurde im 19. Jahrhundert dieBedeutung "Tracht,
Kleidung" allein ueblich. Darausentwickelte sich einerseits der
Gebrauch im Sinne von"Verkleidung, Maskenanzug", andererseits die
sehr jungeBezeichnung einer bestimmten (aus Rock und Jackebestehenden)
Damenkleidung.
Aus: Duden 7, Das Herkunftswoerterbuch. Mannheim 2001.
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